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Alt 25.02.08, 11:27   #1
la passion noire
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Beiträge: 59
Uwe Timm

Nachdem ich grad mal wieder mein Bücherregal durchforstet habe, sind mir zwei meiner Lieblingsbücher in die Hände gefallen, die ich mit gutem Gewissen weiterempfelen kann.
Geschrieben wurden sie von Uwe Timm, geboren 1940 in Hamburg, jetzt in München ansässig und ein, wie ich finde, herausragender Schriftsteller.

Buch I: Am Beispiel meines Bruders (2005 erschienen)

Aufmerksam geworden bin ich darauf beim Stöbern in einer Buchhandlung, obwohl ich etwas vollkommen anderes gesucht habe.
Im Buch selbst geht es um den älteren Bruder, der 19jährig freiwillig der SS-Totenkopf-Division beitrat und in der Schlacht um Kursk fiel. Anhand der heimlich geführten Aufzeichnungen und der Feldpost an die Eltern versucht Timm sich in der Aufarbeitung seiner eigenen Vergangenheit sowie der seiner Eltern.
Das Buch ist hart in seiner Sprache und nicht für Leute mit schwachem Magen. Stellenweise musste ich es beiseite legen, da vor allem die Inhalte der Briefe sehr aufs Gemüt schlagen und die teils detaillierten Ausführungen der Vorgänge an der Front nur schwer verdaulich sind.
Alles in allem aber ein Buch das es wert ist gelesen zu werden.

Buch II: Rot (2003 erschienen)

Dieses Buch hat mich zunächst durch seine Nähe zu Berlin so fasziniert. Es gab mir ein Stück weit die Möglichkeit Vergangenes aufzuarbeiten und hin und wieder das Gefühl selbst Gegenstand der Geschichte zu sein.
Bei Amazon habe ich eine gute "Zusammenfassung" des Inhaltes gefunden.
"Rot. Die erste Farbe, die ein Neugeborenes wahrnimmt, die letzte, die wir sterbend sehen. Thomas Linde, über der Szenerie schwebend, erblickt unter sich ein Trümmerfeld. Ein Unfall? Eine Explosion? Was er in seiner Nahtod-Vision auch zu sehen bekommt, sind die Scherben seines eigenen Lebens."
"
Thomas Linde schwebt. Etwas ist anders, aber er weiß nicht genau, was. In wenigen Sekunden wird er es wissen, aber diese kurze Zeitspanne ist erfüllt von einem ganzen Leben.
Der neue, große Roman von Uwe Timm erzählt vom Jazzkritiker und Beerdigungsredner Thomas Linde, von seiner leidenschaftlichen Liebesaffäre mit der Lichtdesignerin Iris, von Aschenberger, der tot ist und die Siegessäule sprengen wollte, von den Hoffnungen und Wünschen der 68er, von der Farbe Rot, von Lebensläufen und ihren Geheimnissen, von den Utopien und den Verbrechen unserer Geschichte und von der Kostbarkeit des Lebens."

Es ist ein wirklich wundervolles Buch und auch wenn man sich in Berlin nicht auskennt, man fühlt sich, als sei man direkt dabei.

Uwe Timm verleiht seiner Sprache, seinen Worten eine so große Macht, dass die Romane die er schreibt einen geradezu einnehmen.
Weitere gute Bücher von ihm sind: "Johannisnacht" und "Die Entdeckung der Currywurst".
__________________


Geändert von la passion noire (25.02.08 um 13:23 Uhr).
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Alt 17.07.09, 14:11   #2
ann-pon
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Registriert seit: 04.07.2009
Ort: Ibbenbüren
Beiträge: 5
hey, ganz großes danke für die empfehlung. ich bin sozusagen immer auf der suche nach neuem lesestoff, und die beiden bücher, die du vorgestellt hast, klingen echt superinteressant. die werden sofort auf meine amazon-einkaufsliste geschrieben ;)

im gegenzug werd ich dir auch mal einfach ein buch vorstellen, das mich persönlich unglaublich fasziniert hat (bzw es immer noch tut, ich lese es gerade zum wiederholten male):
"...trotzdem Ja zum Leben sagen" von Viktor E. Frankl
Untertitel: "Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager"
Zitat:
Kurzbeschreibung
Der 1945 niedergelegte Bericht »Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager« und die 1946 geschriebene dramatische Skizze »Synchronisation in Birkenwald«, die in diesem Band zusammengefaßt sind, wollen nicht Mitleid erregen oder Anklage erheben. Noch weniger geht es um die Situation des Grauens. Worauf es dem Neurologen Frankl vor allem ankommt, ist, zu beschreiben, durch welche Phasen der Entmenschlichung die KZ-Häftlinge gehen mußten und wie es doch einigen von ihnen möglich war, innerlich zu vollbringen, was das »Buchenwald-Lied« forderte: »... trotzdem Ja zum Leben sagen.«
Das Buch wurde in 26 Sprachen übersetzt, allein von der amerikanischen Ausgabe wurden an die neun Millionen Exemplare verkauft.

Über den Autor
Viktor E. Frankl, geboren am 26. März 1905, war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien, zugleich Professor für die von ihm begründete Logotherapie an der International University in Kalifornien. Frankl hatte außerdem Professuren an der Harvard University, an der Standford University und an Universitäten in Dallas und Pittsburgh inne. Vortragsreisen führten ihn nach Amerika, Australien, Asien und Afrika. 25 Jahre hindurch war Professor Frankl Vorstand der Wiener neurologischen Poliklinik, und seit ihrer Gründung war er Präsident der Österreichischen Ärztegesellschaft für Psychotherapie. Er starb am 2. September 1997 in Wien.
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